München

In München ist Emil Kneiß zwar nicht zur, aber in die Welt gekommen. Von 1872 bis zu seinem Tode 1956 lebte er in dieser Stadt; nur für zwei Jahre wurde er ihr untreu, als er künstlerischer Leiter einer lithographischen Anstalt in Nürnberg war.

Münchner Sehenswürdigkeiten

Laut dem zugehörigen Spottgedicht wurden bei einem Einbruch im Münchner Polizeigebäude einige Blanko-Pässe gestohlen. Die zugehörige Meldung stand am 1. September 1928 in der Fürstenfeldbrucker Zeitung.

Das Bild der Schutzmannschaft vor dem Eingang zum Polizeigebäude an der Ettstraße wird im Bayerischen Armeemuseum Ingolstadt (Polizeimuseum) unter anderem als Postkarte verkauft.

 


Tierpark Hellabrunn

Der Münchener Tierpark Hellabrunn wurde 1911 eröffnet; Gabriel v. Seidl erstellte den künstlerischen Gesamtplan. 1922 musste der Tierpark aus Geld- (und Tier-)Mangel wieder geschlossen werden. Eine Initiative Münchner Bürger sammelte durch eine Lotterie Geld, um den Park wieder eröffnen zu können. Für diese Lotterie 1926/1927 zeichnete Emil Kneiß lustige „Doppeltiere“, die allgemein viel Anklang fanden. Vier dieser „Tiere“ vereinigte er 1930 auf einem Blatt, das in den Besitz von Heinz Heck (von 1927 bis 1968 Tierparkdirektor) gelangte. Durch einen ausgesprochenen Glücksfall ist dieses Blatt hier zu sehen.


Der Wendelstein wandert gegen München

Dös san dir Zeit’n, Bua!
Is ’s no nöt damisch g’nua
Was d‘ heut dalebst?

Steht denn gar nix mehr fest –
Nöt amal ’s allerbest
Unserne Berg!

Geht jetzt der Wendlstoa –
Am End no ganz alloa –
Auf Münka zua!

Ja, da muaß i schon frag’n –
Und wer tuat mir dös sag’n:
Was der dort will.

 

 


Gespräch vor dem Technischen Rathaus in München

Das „Technische Rathaus“ an der Blumenstraße, 1929 eröffnet, war jahrzehntelang das einzige, eben „das Hochhaus“ in München. Mittlerweile gibt es ein neues technisches Rathaus in der Friedenstraße 40, östlich des Ostbahnhofs.

Große Häuser ham s‘ scho in unserer Landeshauptstadt – da feit si nixn!“
„Sell scho! Aber eahnane Schuld’n san dengerscht glei‘ no größer!“

Tempora non mutantur.


Wie unsere Landeshauptstadt die Fremden empfängt!

Monachia ist empfangsbereit,
Sie trägt bereits ihr Ferienkleid,
Der Hammer dröhnt, der Pickel klingt,
Der Ofen raucht, der Asphalt stinkt.

Das ist die Münchner Fremdenzeit,
Mit Rücksicht auf die fremden Leut‘
Gräbt man vom Juni bis August
Die Münchner Straßen auf, bewußt.

Damit der, der nach München kimmt,
Umsonst den Bergstock mit nicht nimmt,
Hier kann er sich auf allen Vier’n,
Für künftige Touren gut trainier’n.

Ist müd er von der Kraxlerei,
geht’s abends dann zum Löwenbräu,
Wo er des Tages Müh‘ vergißt,
Wenn er dort eine Hax’n ißt.

Da wird die Münchner Sprach‘ probiert,
Mit ‚Loabitoag‘ wird rumjongliert
Und auf die sechste Maß zuletzt
Ein gutes Gläschen Schnaps gesetzt.

Wer dann durch Münchens Straßen hier,
Kommt heil noch in sein Nachtquartier,
Der hat das Zeug zum Alpinist,
Der nenne stolz sich ‚Hochtourist‘.


Neubau der Dermatologischen Klinik an der Thalkirchner Straße

Von 1926 bis 1928 entstand der Neubau der Dermatologischen Klinik, der vom damaligen Oberbürgermeister Karl Scharnagl nachhaltig gefördert wurde. Als Dank für seine Bemühungen wurde ihm die Ehrendoktorwürde verliehen; da er aber eigentlich das Bäckerhandwerk erlernt hatte, sollte die Behandlung durch ihn in der Verabreichung von Backerzeugnissen bestehen. Die Klinik ist übrigens noch immer städtisch, wobei aber die Ambulanz von der Ludwig-Maximilians-Unversität betrieben wird.

Die Diagnose „Dalles progr(essiv)“ bedeutet: fortgeschrittene Armut!