Bücherschrank

In so manchem Bücherschrank finden sich ältere, aber auch neuere Bücher, zu denen Emil Kneiß eine Illustration beigesteuert hat. Auch nach seinem Tode wurde noch da und dort auf ihn zurückgegriffen.

Nervenkitzel und Freizeitvergnügen

Das Buch „Nervenkitzel und Freizeitvergnügen“ von Barbara Haubner erschien 1998. Über das Titelbild wird darin nur angegeben:

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Wenn man aber in dieser Festschrift des ASC von 1925 nachsieht, so erkennt man, dass hier Emil Kneiß zitiert wurde, ohne seinen Namen zu nennen; sein Signum wurde wegretuschiert. Kneiß hatte diese Zeichnung über die Unterschrift des Prinzen Heinrich von Preußen gesetzt. Dieser war ein eifriger Förderer der Automobile; er stiftete nach den drei Herkomer-Konkurrenzen (1905-1907) noch die nach ihm benannten Prinz-Heinrich-Fahrten, eine Tourenwagenkonkurrenz mit eingestreuten Schnelligkeitsprüfungen (1908-1910).


Die boarische Weltg’schicht 1.Trum und 2. Trum

Die beiden Oktavhefte „Die boarische Weltg’schicht 1. Trum/2. Trum“ sind vielleicht noch in vielen Münchner Bücherschränken zu finden; es müssen aber die Originalausgaben von 1925 bzw. 1929 sein, wenn man die Kneißschen Illustrationen finden will. Michl Ehbauer war mit Emil Kneiß bestens bekannt; sie traten sogar gemeinsam auf, wie etwa 1933 in Fürstenfeldbruck.

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Im „1. Trum“ der Weltg’schicht werden Geschichten aus dem AltenTestament bis „Sodoma und Gomorrah“ erzählt; die Arche Noah mit Einfirsthof und Maibaum zählt zu den besten Einfällen.

Das 2. Trum erzählt Geschichten bis zum Einzug in das Gelobte Land, das sich als Bayern herausstellt.

… Do kann a anders Land net hi‘,
drum hot ma’s Kanaan getauft
wo Honig fließt und d’Milli überlauft.

Der Felsen, an den Moser(s) schlägt, ist der Nockher-Berg, an dem die zu Bayern gewordenen Israeliten gelandet sind.

Als Nachspeis hot’s an Radi gebn
und weilst a Bier brauchst aa danebn
nimmt unser Moser glei sein Stecka
und sagt: Paßts auf, iatz gibts wos z’Schlecka!“
haut an a’n Felsen hi‘ mit Kraft
und außer spritzt so dick der Saft,

„probiert’s, es ist da best‘ Salvater!“


Zwei kleine, broschürenartige Büchlein „Baron Giesing“ und „Baronesse Giesing“, Untertitel „Münchener Vorstadtszenen“, (erschienen um 1900) sind mit Zeichnungen von Emil Kneiß versehen. Die Geschichten erzählen von Lucki, Xare und Schorschi, den „Baronen von Giesing“; weniger bekannt ist Zenzi, die „Baronesse von Giesing“, die ihren männlichen Pendants in der Schlagfertigkeit nichts nachsteht. Diese Druckwerke erlebten mehrere Auflagen.


Gefährliche Fahrten

Im Inneren dieses Buches wird angegeben, dass das Umschlagbild eine Zeichnung von Emil Kneiß: „Kinematographie auf dem Lande, 1905“ beinhalte. Als Herkunftsquelle wird wiederum Reimar Zeller: „Das Automobil in der Kunst 1886-1986“ angegeben. Letzteres ist ein Katalog zu einer Ausstellung im „Haus der Kunst“, 1986. Dort findet sich das Bild unter der Katalognummer 174; es fehlt aber im Bildnachweis ein Hinweis auf die Quelle.


Karl Riedelsheimer: „Weißblauer Galgenhumor“

Dieses Buch verwendet die Karikaturen von Emil Kneihs (!) und verbindet sie mit den Witzen und Geschichten, die auf den Seiten des „Weißblauen Galgenhumors“ stehen. Die Entnahmen enden jedoch mit Dezember 1932. Dies wohl deshalb, weil sich Emil Kneiß wie auch die Schriftleiter aller Zeitungen spätestens ab Mitte 1933 den Vorgaben der Reichspressekammer fügen musste, wenn er weiterhin mit seiner Arbeit den Lebensunterhalt verdienen wollte.
Die Rückseite des Buches ist wiederum interessant: Es sind die Köpfe von 16 Zeitungen abgebildet, die allesamt zum „Bayerischen Zeitungsblock“ gehörten.