Das Oktoberfest

1933-1938

Das Oktoberfest wurde ab 1933 weiterhin gefeiert; die Arbeitslosigkeit ging ja zurück und es kamen diejenigen, die zur „Volksgemeinschaft“ gehörten, zu einem gewissen Wohlstand. Am 1. September 1939 freilich brach Hitler mit dem Angriff auf Polen den Zweiten Weltkrieg vom Zaun. Das Oktoberfest fiel während des Krieges aus und von 1946 bis 1948 gab es nur ein deutlich kleineres „Herbstfest“.

Oktoberfest 1933

Etwa ab Mai 1933 zeichnet Emil Kneiß die Karikaturen, sofern sie politischen Inhalts sind, natürlich dem „neuen Geist“ angepasst. Darum werden hier im „Politischen Panoptikum“ die Parteien ausgestellt, die in den Monaten zuvor beseitigt worden sind: zunächst die Kommunistische Partei, dann die Sozialdemokratische Partei. Die drei nach unten links zeigenden Pfeile waren das Abzeichen der Eisernen Front“, 1931 gegründet als Gegengewicht zur „Harzburger Front“. Dann werden noch die Vertreter des Bayerischen Bauernbundes und der Bayerischen Volkpartei präsentiert; der als solcher erkennbare bayerische Ministerpräsident Heinrich Held hat am 15. März 1933 gezwungenermaßen sein Amt niedergelegt.

 


Oktoberfest 1934

Geh, Maderl, stoß amal an mit mir, ich bin ein freier Mann und singe!“
Aber singen S‘ nöt z’laut, Herr Nachbar, ich glaub‘, die Frau Gemahlin is nimma weit!

 

Hier ist zu sehen die Boa Constrictor, die amerikanische Riesenschlange, 8 Meter lang, die Löwen und Tiger tötet und täglich ein ganzes Schaf frißt! – Herr Nachbar, geh’n Sie nicht zu nahe her!“

 

„Wer probiert’s noch einmal, wer riskiert’s noch einmal?! Hier zeigt sich des Mannes Stärke, hier kann er seiner Braut oder seiner Frau imponieren, hier gibt es Freude durch Kraft!“

 

„Schießen S‘ amal, schöner Herr!“
„Hast es g’hört, was des Fräulein g’sagt hat? Schöner Herr, hat s‘ g’sagt, und du tatst alleweil ’s Gegenteil von mir behaupten!“

 

 

 

„Was is, Kare, schau’n ma’s uns amal an, die Flohmenascherie?“
„Geh, laß mi aus mit dera Viecherei, i hab ma dohoam Flohzirkus gnua!“

 

Der Ausrufer: „Hundert Mark demjenigen, der sich in den Löwenkäfig wagt!“
Der Sepp tritt vor: „I trau mi ohne weiteres eini, aber der Löw‘ muaß z’erscht außa!“

 

 


Oktoberfest 1936

Litwinoff war unter Stalin der russische Außenminister; auf seinem Schoß ein Kämpfer im spanischen Bürgerkrieg?

Auf einem Podest steht Kaiser Haile Selassie von Äthiopien, den man „im Regen stehen gelassen hat“. Er war nach England geflohen.

Im Völkerbund war im Oktober 1936 Abbessinien noch immer ein Thema; in Frankreich stritten Kommunisten und Sozialisten innerhalb der Volksfrontregierung unter Leo Blum.

Herr Zibeberer, ein Brathendl, die Riesenwellenschaukel und ein Schnauzl.


Oktoberfest 1937

„Herr, seh’n Sie sich die sprechende Dame mit den zwei Köpfen an, noch nie dagewesen!“ – Bemslmeier: „Dank schön! Ich glang scho mit meiner sprechenden Dame mit oan Kopf!“

 

„Schau den Aloisi an, der macht da drinn‘ um 20 Pfennig sein Fahrkurs für’n Autosport!“

 

„Sie Fräulein, i moan, Sie wer’n mit dera Tabakspfeifen so wenig anfangen können wia i als Jungg’sell mit’m Kinderwag’n.“

 

„An ganzen Tag könnt i den G’ruch da vertrag’n ohne Gasmask’n!“

(1937 wurde die Volksgasmaske VM 37 eingeführt, die es in vier Größen gab und zum Einheitspreis von 5,00 RM verkauft wurde.)

 

„Vater, derf i da aa amal mitfahr’n!“
„Wozu mein Sohn, die Erde, auf der du stehst, dreht sich ja sowieso fortwährend, und das hast du ganz umsonst!“

 

Was, a Markl woll’n S‘ ham für dös Sardinenfischerl?“
„Sardinenfischerl? Warten S‘ nur Herr! Jetzt ham wir eine Walfangflotte, da kriag’n mir jetzt nacha aa junge Walfisch fürs Oktoberfest!“


Oktoberfest 1938

Beim Toboggan, beim Toboggan,
Geh Beine manchmal himmelan.
Vom Zuschauer wird’s nett befunden,
Daß man hier so übt Dienst am Kunden.

 

„Sie Fräulein“, schmust der junge Mann,
„Wenn ich da schon was treffen kann,
Dann treffet ich am liebsten Sie!
Woll’n S’mir nicht sag’n, wann und wie?“

 

 

Herr Huber, der fährt Karussell,
Erst geht es langsam, dann geht’s schnell.
Sein Freund schreit: „Ja was, du fährst auch?“
Er sagt: „Weil ich Bewegung brauch!“