Motorisierung

für das Volk?

Zur Arbeitsbeschaffung nahm Hitler nach der „Machtergreifung“ 1933 sofort den Bau der Autobahnen in Angriff. Er konnte dabei auf Pläne zurückgreifen, die schon in den 20er Jahren erstellt worden waren. Gleichzeitig wurde auch die Motorisierung der Bevölkerung gefördert, zuerst durch die Aufhebung der KFZ-Steuer am 10. April 1933, ab 1936 durch die Entwicklung des zunächst „KdF-Wagen“ genannten „Volkswagens“, dessen erste Modelle 1938 vorgestellt wurden.

1935 war der Motorisierungsgrad noch sehr bescheiden; ein Motorrad war bereits ein Luxusartikel. Diese stammten oft noch aus den „Goldenen Zwanziger Jahren“ 1925-1929.

Und ein ausgeliehenes Motorrad wurde manchmal nicht so zurückgebracht, wie es ausgeliehen worden war.


Wer ein Kleinauto (Hanomag „Kommissbrot“) besaß, musste sich 1935 noch so bespötteln lassen.

Aber auch noch 1937, als allmählich der Wohlstand anstieg, konnte so mancher nur träumen von einem „neuen Wagen mit was d’rinn'“.


Am 6. August 1938 liefert Kneiß noch eine Bilderserie, benannt „Mit und ohne Motor“, für den „Humor zum Wochenende“. Das Fahrrad ist immer noch das Hauptverkehrmittel für den kleinen Mann. Ein Auto, so man eines hat, muss man mit vielen „teilen“.


Sechs Wochen später, am 23. September 1938, gab es wohl eine Sensation in München. Emil Kneiß wurde in den Münchener Ausstellungspark über der Theresienwiese geschickt, in die „Keramische und Straßenbaumaschinen-Ausstellung“. Dort „kann man auch das KdF.-Auto, den neuen Volkswagen, kennenlernen. Versteht sich, dass der Andrang der Interessenten, Anwärter und Sehleute ein großer ist.“

 

Von den Besuchern der Ausstellung hat niemand geahnt, dass man in den kommenden Jahren dieses Fahrzeug nur als militärischen Kübelwagen zu Gesicht bekommen würde.

Es waren nur hochfliegende Pläne: Keiner der KdF-Wagen-Sparer bekam wirklich einen Wagen geliefert.