Luftschutz I

an der "Heimatfront"

Vom Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft an wurde die Bevölkerung auf mögliche Luftangriffe nicht nur hingewiesen, sondern auch entsprechend ausgebildet. Mit Beginn des Krieges gegen Polen, mit dem England einen Beistandspakt geschlossen hatte, war jetzt mit Luftangriffen tatsächlich zu rechnen. Aus diesem Grund wurden erste Maßnahmen zur Verdunkelung vorgenommen; auch die Karikaturisten wurden in diese Kampagne einbezogen.

27. Oktober 1939

Ein Abschalten aller künstlicher Lichtquellen führte auch bei Fußgängern zu Unfällen. Radfahrer mussten den Scheinwerfer mit einer „Haube“ versehen, die nur einen schmalen Schlitz freiließ.

Hier wird die Verdunklung noch nicht ganz ernst genommen, wenn eine Katze wegen ihrer „leuchtenden Augen“ eine schwarze Brille tragen muß. Und dass Liebespaare nichts gegen Dunkelheit haben, war eine alte Weisheit.

Für Straftaten, die unter Ausnutzung der Verdunkelung verübt wurden, wurden drakonische Strafen verhängt.


8. Dezember 1939

Um Zusammenstöße von Fußgängern zu vermeiden, wurde das Tragen von Leuchtplaketten angeraten. Für den Karikaturisten Emil Kneiß war das ein vorerst unverfängliches Thema.

So wirklich ernst nahm Emil Kneiß diese Vorsichtsmaßnahmen noch nicht; die ersten Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung kamen erst im Zusammenhang mit der „Luftschlacht um England“. Diese „Luftschlacht“, zunächst gegen militärische Ziele, begann im Juli 1940; die Ausdehung auf zivile Ziele ab Mitte September 1940. Siehe hierzu auch den Anfang des projects „D‘ Hosenweiber„.

Reichseinheitlich wurde am 3. Mai 1940 eine Verdunkelung von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang verordnet. Die Zeitungen druckten die entsprechenden Zeiten.