Die letzten Karikaturen

für den "Zeitungsblock"

Seit dem 1. Januar 1928 zeichnete Emil Kneiß wöchentlich mindestens eine Karikatur für die Unterhaltungsseite „Weißblauer Galgenhumor“, später „Humor zum Wochenend“. Vermutlich wurde diese Bezeichnung mit Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt; Kneiß zeichnete aber noch weiter. Da die „Grafinger Zeitung“, die auch zum „Zeitungsblock“ gehörte, mit den Jahrgängen 1941 bis Mai 1945  noch vorhanden ist, konnten für 1941 noch vier Seiten mit Karikaturen von Emil Kneiß ausfindig gemacht werden. Danach gibt es zwar vorübergehend eine Rubrik: „Die Heimat lacht, die Front lacht mit“, aber die Zeichnungen stammen nunmehr von einem C. Dreißer. Emil Kneiß scheint im Unfrieden von dem Verlag gegangen zu sein, denn im Dezember 1942, als er seinen 75. Geburtstag feierte, wurde er im Kulturteil nicht erwähnt.

Bal’s an Schnee gibt (15. Januar 1941)

Im Sommer streicht die Randstein‘ man
Feldweis‘ mit weißer Farbe an,
Damit man in der finstern Nacht,
Nicht stolpert drüber und hinkracht.

Im Winter gleicht der Schnee all’s aus,
Du siehgst nur weiß, wenn d‘ nachts gehst z’Haus‘;
Folglich, so schließt daraus Herr Knarz,
Macht man die Randstein eben schwarz.


Mit und ohne Urlaub (13. Februar 1941)

Beim Militär ist es sehr schön,
Und schön ist’s auch in Urlaub gehn.

Denn da gibt es so manche Freuden,
Bevor man wiederum muß scheiden.

Da das Zeitungspapier so dünn wie möglich war, scheint bei den Bildern die Rückseite durch!


Da stimmt was nicht (8. März 1941)

Das ist schon so seit alter Zeit,
Daß bei uns haben d‘ Weiberleut
Die Röck stets über’n Kopf ’naufzog’n,
Wenn a grob’s Wetter her is g’flog’n.
Und weiter lebt der alte Brauch,
Der sich bewährt hat immer auch,
Indes ist nicht in allen Fällen
Das Rock’naufschlagen zu empfehlen.


Die lieben Hunderln (27. März 1941)