"Jugend"

Münchner illustr. Wochenschrift für Kunst & Leben

Die Zeitschrift „Jugend“, die für eine ganze Epoche namensgebend war, erschien ab 1896; Fritz v. Ostini, der schon den „Radfahr-Humor“ mitbegründet hatte, war der erste „verantwortliche Redakteur“ der „Jugend“. Emil Kneiß zeichnete für sie 1896 und 1897 einige Bilder, zitierte aber den typischen „Jugendstil“ später im „Radfahr-Humor“ und im „Schnauferl“.

Bei diesen Bildern war Kneiß zwar weiterhin seinem Lieblingsthema „Fahrrad“ verhaftet, aber um eine stilbildende Gestaltung bestrebt. Man beachte das Verkehrzeichen „Einhemmstelle“, das an abschüssigen Stellen angebracht wurde.

In dieser Galerie befinden sich vier Bilder, erschienen in der „Jugend“ im ganzseitigen Querformat. In „Finis Equi“, dem „Ende des Pferdes“, sind viele Radfahrer, ein Automobil, ein Lastkraftwagen und eine elektrische Straßenbahn zu sehen, zu diesem Zeitpunkt große Neuigkeiten. Das „Hypodrom“ zerfällt, hinter dem neuen „Velodrom“ erhalten die Frauentürme elektrische Lampen aufgesetzt.


1901 war „Das Schnauferl“ in Anlehnung an den „Allgemeinen Schnauferl-Club“ gegründet worden. Der „SCHNAUF-ERL“KÖNIG war ein Wortspiel so ganz nach dem Geschmack von Richard Braunbeck und Emil Kneiß. Letzterer zitierte in der Überschrift den Jugend-Stil.


Bei Heinrich Heine träumt im „Buch der Lieder“ ein Fichtenbaum von einer Palme:

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh’.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.