Davon, dass in den Schubladen der Generäle die Pläne für den Einfall in Polen schon längst fertig waren, wollte man am 4. August 1939 sicher nichts hören. Kneiß zeichnete lieber einen Vorfall in der Eisenbahn, der ihm wahrscheinlich zu Ohren gekommen war.

Eine „kurze Wichs“ ist ein heute nur noch selten gebrauchter Ausdruck für eine „kurze Leder-Hose“. Joachim Ringelnatz dichtete noch:

 

Kurze Wichs, du bist mei Freid,
Wegen der Hygiene,
Läßt den Maderln zur Augenweid,
Trutzbehaarte, nackte Beene.

 

Nur ein Mann von Schrot und Korn
Konnte dich erfinden.
Kurze Wichs, du bist von vorn
Wie die Fraun von hinten.

 

 

Kurze Wichs, du firmst den Bua,
Und dich liebt ein jeder
Diar rhö holi da jua

Jodelt’s dir vom Leder.

Kurze Wichs! – Hei, wie das knallt,
Wenn ich auf dich schlage!
Alles, alles, alles prallt
Ab, wenn ich dich trage.

„Z’erscht sagt er, er zieahgt an andern Anzug an zur Hinfahrt, jetzt möcht er wieder die Kurze und die graue Joppen. So seid’s ihr Mannsbilder! Aber i pack jetzt nimmer aus! Zieahgst einfach derweil dein‘ Lodenmantel über die Unterhosen! Werd a so net schö heut!“

Also sprach Frau Zwack und ihr Gemahl tat, wie ihm geheißen. Es wurde aber, als man im Zug saß, nicht nur schönes Wetter, es wurde sogar ungemütlich heiß für Herrn Zwack, als die Sonne ihn auch noch recht liebreich beschien.

Kein Wunder, dass Herr Zwack bestrebt war, sich durch Öffnen des Fensters Kühlung zu verschaffen.

Was aber von dem mitreisenden Herrn Zwock nicht gebilligt wurde, weil er den Zug fürchtete, wegen seines Rheumatis‘.

„I halt des net aus beim g’schlossna Fensta, i muaß a frische Luft ham!“ Damit macht Herr Zwack neuerlich den Versuch, das Fenster zu öffnen.

Aber Herr Zwock hinderte ihn daran. „Herr, wenn Eahna z’hoaß is, nacha zieahng’n S‘ doch in Gott’s Nam‘ z’erscht amal eahnan Mantel aus!“