Der Leutnant

als Konkurrent

In der Gunst der Damen eiferten die stolzen Hochradfahrer bzw. sportlichen Safety-Cyclisten mit den eleganten, „strammen“ Leutnants. Letzteren traute man allerdings in Radfahr-Humor-Kreisen nicht allzuviel Intelligenz zu.

Begreiflich

„Warum kann denn der Leutnant Dürrnigl die Radfahrer nicht leiden?“ –

„Weil er so viele Konkurrenten für seine schönen Waden unter ihnen sieht!“

Stramme, sehnige Waden, nicht durch weite Hosen verhüllt, waren das begehrte Kennzeichen der Radfahrer.

Mißglückte Galanterie

Zu Hilfe eilender Leutnant: „Oh, bedaure, gnädiges Fräulein! – Gefallener Engel – äh!“

Der in der Wortwahl etwas ungeschickte Leutnant eilt so schnell herbei, dass das Lorgnon nach hinten fliegt; der Säbel ist allerdings etwas hinderlich.

Selbstbewußt

Junge Dame: „Wie kommt es, Herr Leutnant, daß sie sich mit Vorliebe der schwierigen Radtour durch das G.’sche Land unterziehen? Es giebt doch viel schönere und fahrbarere Straßen!“

Leutnant: „N‘ ja! Will aber die Gegend ’n bischen in  Schwung bringen!

Die offensichtliche Ausrede zeigt, dass sich Herr Leutnant auf dem „Stahlross“ mit an die Vordergabel geklemmtem Säbel nicht so wirklich achtungsgebietend vorkommt.

Deutsche Rad- und Barttracht „Es ist erreicht!“

Der Hoffriseur Kaisers Wilhelms II., François Haby, entwickelte für den Zwirbelbart des Monarchen eine Barttinktur mit dem Markennamen „Es ist erreicht“; diese Bartmode wurde vielfach, auch von Leutnants, nachgeahmt. Auf diesem Bild kommt die charakteristische Bartform mehrfach vor:

Hut – Bart – Schalknoten – Uhrenkette – Lenkerstange – Hosenenden – Strümpfe – Schuhe

 


Disziplin

Leutnant (im Gebirge): „Also hier ist das famose Echo! (ruft) Stillgestanden … na, wo bleibt denn das Echo?“

Führer: „Ja, Das steht jedenfalls still.“

Militärische Anschauung

Leutnant (in den Alpen): Äh! Fade Jegend, hat gar nicht bißchen militärischen Charakter, alles steht krumm und schief!

Ungebildete Civilisten

Leutnant: Unjebildetes Volk das, die Civilisten! Weiß doch jeder vernünftige Mensch, daß Schiller aus Weimar jebürtig war! Schreiben sie da in den Kunstkatalog: Friedrich Schiller aus Terracotta! – Das ist ja wohl in Italien!