Kriegsvorbereitungen

Da zunächst die Arbeitslosigkeit energisch bekämpft und die Wirtschaft auf Touren gebracht wurde, wurde den meisten erst viel später bewusst, dass dies alles mit dem Ziel eines neuen Krieges geschah.

Diese Karikatur vom August 1933 ist ein beklemmendes Beispiel dafür, wie der Text zu einem Bild dessen Aussage verändern kann. In der gemütlichen Herrenrunde wird: über die neuen Pläne zum Luftschutz diskutiert. Kneiß greift auf sein Postkartenbild von 1917 zurück, lässt aber einen Herrn die Treppe herunterkommen, der etwas an Hermann Göring erinnert. Dieser hatte am 29. April 1933 den „Reichsluftschutzbund“ gegründet, den er seinem im April 1933 geschaffenen Reichsluftfahrtministerium unterstellte.

… „Sehgn S‘ meine Herr’n, as sicherste Platzl bei an Fliegerangriff is doch alleweil a bombensicherer Keller und drum hab i mi scho vo jeher im Keller-Aufenthalt fleißig geübt.“


Im Verlauf des Ersten Weltkriegs wurde die Nahrungsversorgung der Bevölkerung wegen der englischen Seeblockade immer katastrophaler. Für einen neuen Krieg begann man schon im April 1933 „vorzusorgen“, indem man den Margarineverbrauch einschränkte.

Auf ein einfacheres Essen während eines Krieges deutete auch der monatliche „Eintopf-Sonntag“ hin, der ab 1. Oktober 1933 eingeführt wurde. Das eingesparte Geld sollte dem kurz zuvor gegründeten „Winterhilfswerk“ zugute kommen.


Dieses Bild vom März 1934 kann man zunächst im Sinne der darunterstehenden Verse verstehen: In Deutschland muß jetzt jeder „eifrig und fest schaffen“. Die in soldatischer Ordnung aufgestellten Störche deuten aber auf den Umstand hin, dass Hitler schon in seiner ersten Rundfunkansprache als Reichskanzler am 1. Februar 1933 verkündet hatte, der Gedanke der Arbeitsdienstpflicht sei ein „Grundpfeiler“ seines Regierungsprogramms. Der bislang „Freiwillige Arbeitsdienst“ wurde fortan Zug um Zug in einen militärisch organisierten „Reichsarbeitsdienst“ umgestaltet.